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Innovative Beschaffung noch in den Kinderschuhen


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(21.12.2018) Die Instrumente einer innovativen Beschaffung - etwa Lebenszyklusberechnungen - werden nicht ausgeschöpft. Das ergab eine Umfrage auf den verschiedenen Ebenen öffentlicher Beschaffungsstellen.

Eine innovative Beschaffung verfolgt das Ziel, innovationsförderliche Praktiken in der öffentlichen Beschaffung zu entwickeln. Das soll auf Bieterseite Innovationen initiieren und auf Auftraggeberseite die Kundenzufriedenheit und die Effizienz der öffentlichen Leistungen erhöhen. Noch aber agieren die Beschaffungsstellen sehr zurückhaltend in dieser Richtung, wie kürzlich eine Umfrage ergab.

Das Kompetenzzentrum innovative Beschaffung (KOINNO) und das Forschungszentrum für Recht und Management öffentlicher Beschaffung (FoRMöB) der Universität der Bundeswehr München fragten Vergabestellen auf verschiedenen Verwaltungsebenen zu ihrer Prioritätensetzung. Das Ergebnis: Die Beschaffungsstellen legten ihren Fokus eindeutig darauf, Ausschreibungen vergaberechtskonform und transparent abzuwickeln. Die Innovationskraft der Wirtschaft zu fördern, hielten mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer für unwichtig.

Entscheidungsbasis: der Preis

So werden die Möglichkeiten, innovative Ansätze sowie qualitative, soziale oder umweltbezogene Leistungen in Vergabeverfahren einzubeziehen, weniger genutzt als es vom Gesetzgeber gewünscht ist. "Tatsächlich wird überwiegend alleine auf Basis des Preises eine Vergabeentscheidung getroffen. Leistungsaspekte im Rahmen einer umfassenden Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wie der Kosten-Nutzen-Analyse oder eine langfristige, lebenszyklusbasierte Kostenberechnung ...sind bei weitem noch nicht etabliert", heißt es in der Umfrage.

(Quelle: KOINNO)